18: Neustart

Erscheinungsdatum: 
21.01.2019
Überschriften: 

Verantwortung für ZukunftTrends 2019: UpdateKI nur ein Hype?Überzeugungen zur ZukunftUnternehmensplanungErste Schritte eines Neustarts

Jedes Jahr stellt sich die Frage von Neuem: Wie geht es weiter? Zu diesem Jahreswechsel scheint diese Frage mehr Unternehmen und Investoren zu interessieren, die Börsen senden Signale sehr großer Unsicherheit. Das ist eigentlich kein Wunder, wenn man nicht allzu abgebrüht ist und die Nachrichten verfolgt. Viele aktuelle Entwicklungen machen es der Wirtschaft sehr schwer einzuschätzen, wie sich das Umfeld für die Unternehmen entwickeln wird. Nie war es so schwierig wie heute – doch das empfinden wir auch jedes Jahr so. Also alles wie immer?

Beobachten lässt sich eine starke Parallelisierung von Entwicklungen und eine Beschleunigung des innovativen Fortschritts im Sinne einer Zunahme von Möglichkeiten. Markteintrittsbarrieren und Gesetze, Traditionen und Knappheit an Ressourcen sowie geringer äußerer Druck haben Veränderungen schon immer verzögert. So ergaben sich längere Phasen für Anpassungsprozesse – wenn sie genutzt wurden. Aber auch hier sehen wir Veränderungen, die wie Brandbeschleuniger wirken. Globalisierung und Technologie lässt Wissen und Ressourcen verfügbar werden, Markteintrittsbarrieren lösen sich auf, Menschen entziehen sich durch soziale Medien der Norm und werden gleichzeitig auf neue Art und Weise manipuliert. Vieles spielt sich in unsichtbaren oder schwer einsehbaren Bereichen ab, ist virtuell, entsteht und vergeht ohne Patentanmeldung. Die Änderungsgeschwindigkeit steigt und mit ihr das Ausmaß der Veränderung bei gleichzeitigem Verlust an Transparenz. Nun sollte man deshalb nicht den Kopf in den Sand stecken; im Gegenteil: Diese Rahmenbedingungen verlangen danach, dass wir uns viel intensiver mit der Zukunft beschäftigen, und zwar mit der Zukunft des Unternehmens, der Zukunft unseres Verantwortungsbereiches, nicht nur mit den nächsten Quartalsergebnissen. Die sind auch wichtig – keine Frage – doch ohne eine klare Perspektive auf die Zukunft des Unternehmens verlieren auch die Quartalsergebnisse ihre Bedeutung, sie sind nur noch ein Mittel zur kurzfristigen Optimierung persönlicher Interessen. Weder Eigentümer noch Mitarbeiter haben damit eine Perspektive. Wir warnen vor Aussagen wie, „da wird nur eine andere Sau durch‘s Dorf getrieben“. Die Signale der Veränderungen sind eindeutig: Ein Blick in die Einkaufszentren in diesen Tagen zeigt, der Einzelhandel in der uns bekannten Form ist Geschichte. Endloser Leerstand oder die Filialen von mächtigen Ketten – wo ist der Rest geblieben? Eine der interessantesten Nachrichten von der aktuellen CES in Las Vegas ist nicht, dass Apple eine nicht zu übersehende Botschaft gegenüber des Eingangs platziert hat, um trotz Nicht-Teilnahme irgendwie dabei zu sein. Die Nachricht ist, dass IBM den Quantencomputer bereits vermarktet, obwohl man hier von einer wirtschaftlichen Nutzung noch weit entfernt ist. Quantencomputer werden mit großer Wahrscheinlichkeit die Möglichkeiten der Rechentechnik ein weiteres Mal signifikant vergrößern; über Einsatzgebiete können wir heute nur spekulieren, weil neue Möglichkeiten auch neue Anwendungsgebiete schaffen werden. Wir wollen deshalb diesmal das Augenmerk nicht nur auf die aktuellen Trends werfen, sondern auch die Frage stellen und zumindest teilweise beantworten, was wir denn konkret mit diesen Trends machen sollten. Im Kern geht es um die Frage, wie man als Führungskraft in der heutigen Zeit seiner Verantwortung gerecht werden kann, sich nicht nur um das operative Heute und Jetzt zu kümmern, sondern auch eine Perspektive auf die Zukunft des Unternehmens zu entwickeln und danach auch konsequent zu verfolgen.