16: Zwanzig18

Erscheinungsdatum: 
15.01.2018
Überschriften: 

Trends 2018
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Aktionsplan "Zwanzig18"

Wieder ist ein Jahr vorbei und es stellt sich wieder einmal die Frage, wie es weitergeht. Die Ereignisse scheinen sich in jedem Jahr von Neuem zu überschlagen: Mit Trump hat das Jahr begonnen; die Brexit-Verhandlungen haben sich so entwickelt wie erwartet, Katalonien war eine Überraschung für die meisten Europäer, eine deutliche Korrektur am Aktienmarkt ist ausgeblieben, Kryptowährungen hatten einen sensationellen Aufstieg. Die Beschäftigung in Deutschland ist auf ein lange nicht mehr gekanntes Hoch angestiegen. Tatsächlich reden wir heute schon von einem Fachkräftemangel. Gleichzeitig werden neue Modelle bis zum bedingungslosen Grundeinkommen diskutiert, hauptsächlich wegen erwarteter Unterbeschäftigung durch eine umwälzende neue Automatisierungswelle. Diese wird angetrieben von dem, was wir so lapidar „künstliche Intelligenz“ nennen. Es ist viel passiert im Jahr 2017 – und es wird weitergehen mit der rasanten Entwicklung. „Künstliche Intelligenz“ ist aber erst mit sehr „zarten Pflänzchen“ in der Ausbildung angekommen. Ein richtiges Momentum konnte sich überhaupt noch nicht entwickeln – das steht uns noch bevor. Bisher sind das alles nur Spielereien, die durchaus ihren Nutzen für Unternehmen haben können. Doch die große Entwicklung ist noch zu erwarten – und das wissen wir, wir verdrängen es nur immer wieder gern.
Der klassische Strategieprozess ist tot. Was eigentlich schon jedem Manager bisher klar war, ist, dass die Unsicherheiten im Geschäft insbesondere bezogen auf Veränderungen durch Weiterentwicklung so groß sind, dass die klassische Vorstellung eines konsequenten Strategieprozesses basierend auf den Schritten „Entwicklung“ und „Umsetzung“ sich überholt hat. Jeder weiß, dass ständig Anpassungen notwendig sind, jeder weiß, dass keine Strategie zu 100%
aufgeht, jeder weiß, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Strategien erfolgreich ist. Jeder weiß auch, dass es sich bei der Entscheidung für eine Strategie um eine Wette handelt, deren Risiken selten adäquat abgefedert werden. Niemand würde aber auf den Gedanken kommen, eine Strategie als Wette zu bezeichnen. Und genau an diesem Punkt beginnt die Geschichte zu erodieren: Ein Teil der alten Vorstands- und Aufsichtsratsgeneration geht bis heute davon aus, dass eine Strategie „nur noch richtig umgesetzt“ werden muss: „It’s just about execution“. Es wird allerhöchste Zeit, dass dieses Denken als „längst überholt“ erkannt wird! Den vielen erfolgreichen mittelständischen Unternehmen können deutsche Großkonzerne nicht das Wasser reichen. Und eine Ursache sind sicher die eigentlich schon seit mindestens zwei Jahrzehnten überkommenen Vorstellungen
darüber, wie Unternehmen langfristig zu führen sind. Können Sie sich noch an die Metallgesellschaft, Dresdner Bank, Feldmühle Nobel, Deutsche Babcock, Bayerische Vereinsbank, Mannesmann etc. erinnern? Nur noch 13 (14, wenn wir Daimler trotz Ausflugs zum „globalgalaktischen“ Automobilbauer DaimlerChrysler mitzählen) Unternehmen sind seit 1988 im DAX30, also in der Liste der größten 30 Publikumsgesellschaften Deutschlands. Und Daimler ist ein schönes Beispiel für die verlorenen ganz großen Wetten. Wir vertiefen das in unserem Artikel über den „neuen Strategieprozess“. Ein Thema, dass uns seit Jahren „auf den Nägeln brennt“, schon längst abgehakt scheint und uns dennoch jedes Jahr beschäftigt, ist „die Cloud“. Weil dieses Thema in den Köpfen vieler Manager immer noch nicht richtig angekommen ist und wir auch weiterhin große Nutzenpotenziale für Unternehmen sehen, widmet sich ein zweiter Artikel diesem konkreten Trend, der Cloud.