09: Change

Erscheinungsdatum: 
10.03.2015
Überschriften: 

"Change" zwischen Was?, Wie? und Warum?
Der Change-Management-Prozess
Das Resilience-Modell
Die omnipotente Führungskraft als Change Manager - Ein Mythos!?
Der Nutzen von Change-Management "liegt ja eigentlich klar auf der Hand"
Leading Change
Mythos Motivation
Change-Kommunikation

Es gibt kaum ein Fachgebiet, in dem die Unternehmenspraxis so fundamental das bereits seit längerer Zeit vorhandene Wissen ignoriert, wie „Change Management“. Deshalb sind wir besonders motiviert, die aktuelle Ausgabe der „Management Inspirationen“ diesem Thema zu widmen. Die betriebswirtschaftliche Ausbildung und die betriebliche Weiterbildung haben hier offensichtlich einen „Blind Spot“, den es mit besonderer Energie zu beleuchten gilt. Das in der Praxis festgestellte Verhalten ignoriert nicht nur das vorhandene Wissen, es verkehrt es sogar in kontraproduktive Verhaltensweisen. PricewaterhouseCoopers hat unlängst in einer Studie („Return-on-Change“) festgestellt, dass Unternehmen mit Change Management 74 Prozent, Unternehmen ohne Change Management 38 Prozent der gesteckten Ziele erreichen.

„Change“ scheint zunächst ein dehnbarer Begriff zu sein, aus der Sicht der Unternehmensführung bedeutet er häufig die Umsetzung von Strategien; aus Sicht der übrigen Füh-rungskräfte fokussiert Change auf die (schmerzhafte) Ver-änderung von Unternehmensprozessen und aus Sicht vieler Mitarbeiter geht es um einen „Verlust“ – den Verlust einer Gewohnheit. So vielschichtig der Begriff empfunden wird, so vielschichtig ist auch der Umgang mit betrieblichen Veränderungen in der Unternehmenspraxis. Es geht um Ziele, es geht um Maßnahmen, aber es geht auch um Kon-flikte, Kommunikation, Partizipation und Motivation und deshalb auch immer um Emotionen. Für die Disziplin „Change-Management“ (oder auch Transformationsma-nagement genannt) ist es immer wieder schwierig, sich ge-genüber vermeintlich etablierten Disziplinen wie z.B. Pro-jektmanagement zu behaupten. Das liegt u.a. daran, dass die eher technisch ausgerichteten Disziplinen tendenziell mit einfacheren Regeln zu bearbeiten sind. Je komplexer die Themenstellung, desto weniger sicher funktionieren die Regelwerke, deshalb ist „Change Management“ auch eher die Königsdisziplin der Betriebswirtschaft; es geht nicht um das Management eines stabilen (und sich besten-falls evolutorisch verändernden) Geschäftsmodells, es geht um den Wandel des Geschäftsmodells. Einige Berater bagatellisieren das Thema durch eine reine Fokussierung auf einige wenige systemische Elemente, deren Lösung dann zufällig lediglich ein Coaching erfordert, doch komplexe Veränderungen erfordern eine Systematik etwa so, wie Projekte ein Projektmanagement brauchen.